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Kostenlos im WinterWie jedes Jahr im Winter stehen vor dem Hotel de Ville
eine Schlittschuhbahn und zwei altmodische Karusselle, ein
Weihnachtsgeschenk der Stadt Paris, von dem natürlich auch
nicht-Pariser Kinder profitieren können. Vormittags haben Schulen
auf der Eisbahn Vorrang, aber da sie bis 22.00 Uhr geöffnet ist,
kommt jeder zum Zug. Wer eigene Schlittschuhe dabei hat, kann sofort
loslegen, für Leihschlittschuhe ist allerdings gerade bei
schönem Wetter Geduld angesagt... Da das Spektakel kostenlos ist
(bis auf den Schlittschuhverleih) gibt man dem Kinderwunsch nach einem
"Barbapapa", einer Zuckerwatte, vielleicht leichter nach. |
Großstädte sind meist nicht das bevorzugte Urlaubs- oder Ausflugsziel von Kindern: Auf der Straße muß man ständig auf den Verkehr achten, in der Métro aufpassen, daß man die Eltern nicht verliert und im Museum darf man nichts anfassen. Und still im Restaurant zu sitzen ist oberöde. Andererseits leben sehr viele Kinder in Paris und für diese gibt es ein umfangreiches Freizeitangebot, von dem man als Urlauber zumindest einen Teil nutzen kann. Es gibt in vielen Parks Spielplätze, Karussells oder Ponyreiten, Puppentheater sind zumindest teilweise ohne Sprachkenntnisse verständlich und auch im Zoo kommt man ohne Worte aus. Angebote die sich speziell an Kinder richten, haben meist nur am Wochenende (Samstag und Sonntag) sowie in der Ferienzeit geöffnet. Kurioserweise auch Mittwochs. (Was schon weniger seltsam erscheint, wenn man weiß, daß der Mittwoch in der Regel schulfrei ist.) Gerade auf diesen Tag konzentrieren sich die Angebote von Museen mit kindgerechten Führungen und Kursen. Falls sie selbst französisch sprechen, fragen sie, ob sie ihr Kind begleiten dürfen, denn diese Museumsführungen sind oft wirklich sehr spannend und interessant, zumal sie für unterschiedliche Altersgruppen jeweils passend angeboten werden. Bereits Kindergartenkinder folgen den spielerischen Führungen mit Begeisterung.
Generell bieten viele Museen für Kinder ermäßigten oder kostenlosen Eintritt an. Teilweise (besonders in den größeren Einrichtungen) können auch Buggys kostenlos ausgeliehen werden.
Kinder ins Restaurant mitzunehmen ist in Frankreich nicht ungewöhnlich, auch am Abend. Viel Platz zum Abstellen des Kinderwagens kann man allerdings in einem Pariser Lokal nicht erwarten... Lockerer geht es gewöhnlich in Hamburgerrestaurants, Restaurantketten und in Selbstbedienungslokalen zu. Allerdings ist das Platzangebot keineswegs größer, die Atmosphäre hektischer, weil man daran interessiert ist, einen besetzten Tisch recht schnell wieder frei zu machen. In Selbstbedienungscafeterien befindet sich gewöhnlich ein allgemein zugängliches Mikrowellengerät in dem auch mitgebrachte Babykost warm gemacht werden kann (an Autobahnraststätten übrigens auch!). Eine Zapfstelle für Trinkwasser ist eine Selbstverständlichkeit und findet sich auch in größeren Supermärkten und Einkaufszentren.
Das Erdgeschoß der Cité des sciences et de l'industrie ist fast
ausschließlich den Kindern gewidmet. Hier befinden sich die
Kinderabteilung der Mediathek, eine interaktive Ausstellung zum Thema
Sicherheit und die Cité des enfants.
Die Ausstellung ist kostenlos und befaßt sich mit der Sicherheit
von Kindern im Haushalt und im Straßenverkehr. So kann man bei
einem Auto einen der darin plazierten Dummies anwählen
und sieht dann dahinter auf einem Video, was der jeweiligen Person im
Falle eines Frontalaufpralls passiert. Die Unterschiede zwischen
angeschnallt und nicht angeschnallt vermögen vielleicht sogar
einen kleinen Gurtmuffel zu überzeugen. Die Eltern aber
allemal. Weiter Spiele befassen sich mit typischen
Haushaltsunfällen, etwa dem Thema eßbar oder giftig. Hier
wählt das Kind jeweils, ob giftig oder nicht und ein kleiner
Zeichentrickfilm zeigt, was passiert. Der Held des Zeichentricks hat
glücklicherweise einen Begleiter, der all die gefährlichen
Dinge vor ihm kostet und sich mit magischem Fingerschnippen wieder von
den Folgen zu heilen vermag. Bei anderen Spielen ist der Ablauf eines
Unfalls auf Bildern zu rekonstruieren oder man kann testen, wie gut
man die Richtung eines Geräusches einschätzen kann. Die
meisten dieser Spiele funktionieren auch ohne oder mit wenig verbalen
Erklärungen und mit elterlicher Begleitung können Kinder
etwa ab drei Jahren profitieren.
Die eigentliche Cité des enfants besteht aus zwei Abteilungen, die
sich an unterschiedliche Altersstufen richten. Die drei
bis fünfjährigen
testen etwa die Funktionsweise eines Staudammes, können
ausprobieren, wie sich eine Schildkröte in ihrem Panzer oder ein
Vogel in seinem Nest fühlt und die Abläufe beim Bau eines
Hauses erforschen. Die fünf
bis zwölfjährigen probieren unter anderem das Hantieren
mit verschiedenen Roboterarmen oder sehen vermittels der
durchsichtigen Röhren, wie unterschiedliche Pumpmodelle
funktionieren. An diese Altersgruppe richtet sich auch die Ausstellung
zum Thema Elektrizität.
(Hier sind allerdings dann schon mehr Sprachkenntnisse oder
Übersetzerdienste der Eltern gefragt.)
Adresse: 30, avenue Corentin-Cariou (Cité des
sciences et de l'industrie)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, von 10.00 bis 18.00,
Sonntag von 10.00 bis 19.00) innerhalb dieser Zeiten finden vier bis
fünf eineinhalbstündige Durchgänge statt; die Kinder
müssen von wenigstens einem Elternteil begleitet werden;
Geschlossen: Montag
Eintritt: FF 25,00
Anfahrt: Métro 7, Station "Porte de la Villette"
Telefon: 01.40.05.70.00 (Cité des sciences et de l'industrie)
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© Oktober 1999 by m.nowak - letzte Aktualisierung am 28.12.2000