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Der Pariser Veranstaltungskalender erscheint wöchtentlich und ist mehr als 150 Seiten dick. Wenn sie etwas Französisch verstehen, dann kaufen sie sich vor Ort ein aktuelles Exemplar des "l'officiel des spectacles" oder des "pariscope". Beide gibt es für EUR 0,35 bzw. FF 3,00 an praktisch jedem Zeitschriftenkiosk. Sie erscheinen Mittwochs und gelten dann jeweils bis zum folgenden Dienstag. Darin finden sich sowohl das aktuelle Ausstellungs-, Theater- und Kinoprogramm als auch die Öffnungszeiten aller Museen. Welches man bevorzugt ist Geschmackssache: Ich bevorzuge "l'officiel", das Kino- und Theaterprogramme meiner Meinung nach übersichtlicher darstellt. Dafür findet man im "pariscope" mehr Adressen von Restaurants und Nachtclubs und es enthält einen etwa sechsseitigen englischen Teil.
Auf dieser Seite finden sie Ausstellungen, Einzelstücke, Museen, Musik und Theater. Informationen über Bauwerke, Kirchen oder Stadtviertel finden sie im Kapitel Technik.
Links lege ich bevorzugt auf englisch- oder deutschsprachige Seite, soweit ich sie finde, denn dem frankophonen Parisbesucher wird es ohnehin nicht schwer fallen, Informationen für seine Reise zu finden...
Ein legendäres Universum schafft Jephan de Villiers aus Blättern, Zweigen und anderen Geschenken von Mutter Natur. Figuren, Wagen, (Wander)Stäbe, Bären und Erinnerungen bilden den Stoff für Arbonie. Obwohl die Figuren gleichförmige, nicht eindeutig menschliche Gesichter haben und in der Gestalt an Larven oder Wickelkinder erinnern sind die Installationen emotional sehr eindrucksvoll. Der Künstler scheint sein Innenleben anschaulich und greifbar gemacht zu haben. Aufbau und Beleuchtung der Ausstellung unterstützen den mythischen und oft sakralen Eindruck der Werke und Installationen, deren Aufbau teilweise an Madonnenbilder oder Pharaonenbegräbnisse erinnert.
©01.04.2002
Ort: Halle Saint-Pierre; 2, rue Ronsard
Dauer: 28. Januar 2002 bis 28. Juli 2002
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00
Eintritt: EUR 6,00 (zusammen mit "Oeil pour oeil"
Anfahrt: Métro 2, Station "Anvers"
Künstler, deren Blick der "Dressur" durch Konventionen entkommen ist möchte diese Ausstellung zeigen. Dabei sind ganz unterschiedliche Künstler und Techniken vertreten: Luftige, gestrickte Skulpturen von Marie-Rose Lortet, teilweise an Picasso oder Matisse erinnernden Visualisierungen des "Innen und Außen" des Menschen durch Michel Macréau, antifunktionelle Maschinen von François Monchâtre, detailreiche, aus der Ferne aber monochrom wirkende Reliefs mit erotischen Themen von Marie Morel, die bunten Werke von René Moreu und die expressiven, oft unheimlichen Bilder von Stani Nitkowski. Die meisten dieser Outsider Art Werke offenbaren ganz sicher einen ungewohnten Blick auf die Welt, und doch trifft man auch Bekanntes. Viele der Kustwerke wirken spielerisch, langweilig ist die Ausstellung ganz sicher ist. Ob und was davon Kunst ist... darf jeder für sich entscheiden.
©23.04.2002
Ort: Halle Saint-Pierre; 2, rue Ronsard
Dauer: 28. Januar 2002 bis 28. Juli 2002
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00
Eintritt: EUR 6,00 (zusammen mit "Arbonie 1980-2000"
Anfahrt: Métro 2, Station "Anvers"
Kunst steht in Paris nicht nur in Ausstellungen und Museen, sondern oft auch an der Straße, einer Hauswand,... Schließlich sollen Ästhetik und Kultur auch im Alltagsleben nicht verloren gehen.
Im "Quartier de l'Horloge" darf natürlich eine Uhr nicht fehlen. Und so verteidigt sich der von Jacques Monestier zwischen 1975 und 1979 geschaffene "Defenseur du Temps" jede Stunde mit Schwert und Schild gegen den Angriff eines Tieres. Der Drache symbolisiert das Land, die Krabbe das Meer und der Vogel den Himmel. (Und wer genau hinsieht: Der Drache atmet!) Untermalt wird das Spektakel der beeindruckenden automatischen Uhr (vier Meter hoch, eine Tonne schwer) noch von passenden Tonbandgeräuschen. Drei mal am Tag (12.00 Uhr, 18.00 Uhr und 22.00 Uhr greifen alle drei Tiere an und der Verteidiger muß Schwerstarbeit leisten.
Ort: 8, rue Bernard de Clairvaux
Anfahrt: Métro 11, Station "Rambuteau"
Die automatische Uhr ist täglich von 9.00 bis 22.00 Uhr in
Betrieb
Ein seltsamerweise relativ unbekanntes Museum stellt die Sammlung moderner Kunst der Stadt Paris dar. Wie auch das Centre Pompidou ist es der Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet, nur daß hier die Warteschlangen an den Kassen deutlich kürzer sind. Die Ausstellung führt chronologisch durch die Jahrzehnte und ermöglichst so auch dem weniger Kunstkundigen, Entwicklungen nachzuvollziehen. Die Exponate beinhalten unter anderem Bilder und Skulpturen von Picasso, Braque, Delaunay, Léger, Modigliani,.... um nur einige zu nennen. Man ist den Bildern zum Anfassen nahe (was man natürlich nicht tun sollte!), die indirekte Beleuchtung der weitläufigen Säle verhindert unerwünschte Spiegelungen und jedes Werk hat genug Platz, um seine Wirkung entfalten zu können. Besonders bemerkenswert ist auch der Matisse-Saal, der einer unvollendeten und einer fertiggestellten Version des Themas "Danse" gewidmet ist. Die Sammlung wird fortlaufend erweitert und umfaßt so auch ganz aktuelle Kunstwerke und Installationen. Daneben beherbergt das Museum im "Palais de Tokyo" auch eine Abteilung für zeitgenössische Kunst, genannt ARC (Animation, Recherche, Confrontation), die regelmäßig Ausstellungen veranstaltet.
©1999-2000/01.04.2002
Eingang: Palais de Tokyo, 11, Avenue du Président-Wilson
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10.00 - 17.30
Geschlossen: Montag
Eintritt: der Besuch der ständigen Sammlung ist kostenlos
Gratis: für alle
Anfahrt: Métro 9, Station "Iéna"
Telefon: 01.40.70.11.10
In einer ehemaligen Markthalle befindet sich heute dieses Museum
für naive Kunst, Art brut, Outsider-Art, eben Werke, die dem
etablierten Kunst-Publikum noch nicht so geläufig sind und bei
denen die Frage "Ist es überhaupt Kunst?" sicher nicht
unumstritten ist. Die Sammlung wurde vom Verleger und Sammler Max Fourny
begründet und stellt das einzige Museum für diese Kunstrichtung
in Paris dar. Auf zwei Stockwerken werden Ausstellungen
veranstaltet, wobei ein Teil der Ausstellungsfläche durch viel
Tageslicht und große Glasfronten gekennzeichnet ist und in einem
anderen Teil effektvoll mit Strahlern und Kunstlicht gearbeitet werden
kann. Die Unterteilung in verschiedene Räume und Flächen
ermöglicht es auch, mehreren Künstlern gleichzeitig
Ausstellungsraum zu gewähren und dabei atmosphärisch ganz
unterschiedliche Expositionen zu gestalten. Neben den
"Hauptausstellungen", die
Eintritt kosten stellt man auch Fläche für kleine
Ausstellungen zur Verfügung, deren Werke teilweise auch
käuflich erworben werden können. (Im Übrigen oft zu
recht zivilen Preisen.) Thematisch findet wirklich
alles Platz, von afrikanischer Volkskunst mit folkloristischen Motiven
bis zu verstörend wirkenden Bildern oder originellen (oder
seltsamen...) Skulpture unterschiedlichster Materialien... .
Neben den Ausstellungen gibt es eine Buchhandlung mit nicht nur einem
breiten Angebot an Kunstbänden sondern auch vielen
Kinderbüchern. Nicht nur in Büchern bemüht man sich,
dem Nachwuchs Kunst nahe zu bringen, auch in verschiedenen Kursen
bekommen sie die Möglichkeit, selbst tätig zu
werden und den Schöpfungsprozeß der ausstellenden
Küstler wahrhaft zu "begreifen". Dabei wenden sich
manche Veranstaltungen schon an die ganz Kleinen, noch vor dem Kindergartenalter. Im Auditorium werden
natürlich auch Veranstaltungen für Erwachsene abgehalten und
die Cafeteria ist ein wirklich angenehmer Ort um die eiserene
Wendeltreppe herum.
© 24.04.2002
Eingang: Halle Saint-Pierre: 2, rue Ronsard
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00
Eintritt: je nach Ausstellung
Gratis: Meist kleine Ausstellungen in der Eingangshalle
Anfahrt: Métro 2, Station "Anvers"
Führungen: sehr freundliches Personal ist bereit alles
vorzustellen und zu erklären (französisch, teilweise
englisch), manchmal sind auch Künstler selbst anwesend
Telefon: 01.42.58.72.98
Das imposante Gebäude mit seinem flächendeckenden
Frontrelief wurde 1931 anläßlich der Kolonialausstellung gebaut
und zeigt den Geschmack dieser Zeit überdeutlich. Innen finden
sich Kunst-, Kult- und Gebrauchgegenstände aus verschiedenen
Teilen Afrikas, aus Ozeanien und auch aus Australien. Im
Erdgeschoß findet man auf der einen Seite der Haupthalle Statuen
aus Kamerun, auf der anderen Seite sind vor allem Stücke aus
Polynesien ausgestellt. Der australische Saal zeigt vor allem
Gemälde von Aborigines-Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der
erste Stock ist weiter Schwarzafrika gewidmet, etwa mit Masken oder
magischen Statuen aus Mali, Ghana oder der Elfenbeinküste. Das
zweite Stockwerk ist dem Maghreb gewidmet: Waffen,
Teppiche, Schmuck oder Kleidung aus dem Norden Afrikas sind in
großer Zahl präsent. Im Ganzen sind die
Ausstellungsstücke des Museums sehr reichhaltig, man würde
sich nur manchmal etwas mehr Erklärungen zum Kontext der für
europäische Augen doch oft sehr fremdartigen Gegenstände
wünschen. Auch Datierungen der Stücke sind sehr selten. Das
Problem ist wohl bekannt, aber die meisten Ausstellungsstücke
stammen von Familien, die sie während der französischen
Kolonialzeit selbst vor Ort gesammelt haben und da sich "primitive Kunst"
damals großer Popularität erfreute, hatte man wahllos alles
gekauft (oder mitgenommen), ohne sich um einen zeitlichen oder
inhaltlichen Kontext zu kümmern. Und heute ist vieles nur noch
schwer zu rekonstruieren.
Sehr eindrucksvoll sind die Aquarien im Untergeschoß: In den
Becken tummeln sich bunte Tropenfische, verschiedene Haiarten oder
Rochen, Seepferdchen,... sowie Fische in den seltsamsten Formen und
mit etwas ungewöhnlichen Fortbewegungstechniken... Und wo sonst
kann man die Schönheit lebender Muscheln oder Korallen in Ruhe
bewundern? (Wer viel Geduld hat, erlebt vielleicht das selbst durch
die Beckenwände gut hörbare Zuklappen einer Muschel. Daneben
begegnet man einem Pfeilschwanzkrebs und anderen lebenden Fossilien
oder Fischen, die gerne mal eine Weile an Land verbringen. Zwei
Terrarien zeigen Echsen, Schildkröten und, für
sensationslüsternere Zeitgenossen, gibt es sogar Krokodile.
Die angeschlossene Kleine Buchhandlung verkauft Ansichtskarten,
afrikanischen Schmuck und verfügt über eine große
Auswahl an Büchern über verschiedene afrikanische Themen,
darunter auch sehr schöne Kinder- und Bilderbücher (leider
alle in französischer Sprache...)
©1999-2000/02.05.2002
Eingang: 293, avenue de Daumesnil
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag: 10.00 - 17.30
Geschlossen: Dienstag und am 1. Mai
Eintritt: EUR 4,50 (EUR 3,00 ermäßigt und am Sonntag);
Sondertarife während Ausstellungen
Gratis: Unter 18
Anfahrt: Métro 8, Station "Porte Dorée"
Telefon: 01.44.74.85.00
Hier kann man Kunst beim Entstehen zusehen und sie ist allgegenwärtig. Statt einer ständigen Ausstellung wechseln hier Exponate aller Formate ständig. Ob flächige Boden- oder Wandgemälde, ob raumgroße Installationen oder kleine, verteilte Werke, ob Video oder Ton,... alles findet hier einen Platz und ständig wird etwas auf- oder abgebaut oder läd die Besucher ein, selber aktiv zu werden. Erklär- und diskussionsfreudig stehen junge Menschen bereit und manches Werk entsteht täglich neu. Welche der Werke man in hundert Jahren noch kennen wird sei dahingestellt, aber wer da war, kann immer sagen, daß er dabei gewesen ist. Die hohen, nach der Restaurierung weitgehend entkernten und rohen Räumlichkeiten bieten jedenfalls den idealen Arbeitshintergrund. Offensichtlich umstritten (davon zeugen die Kommentare auf den Wänden der Damentoilette...), aber sicher nicht langweilig.
©02.05.2002
Eingang: Palais de Tokyo, 13, Avenue du Président-Wilson
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 12.00 - 24.00
Geschlossen: Montag
Eintritt: EUR 5,00 (EUR 3,00 ermäßigt)
Gratis: Unter 18, Arbeitslose, an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: Métro 9, Station "Iéna"
Führungen: Personal ist überall im Ausstellungsraum
verfügbar und wartet nur darauf, angesprochen zu werden und
Auskunft geben zu dürfen; Gruppenführungen (bis 15 Personen)
für 100 EUR (Eintritt inklusive) besser vorher anmelden, dann
auch auf Englisch, Spanisch, Itaienisch oder Russisch möglich
Telefon: 01.47.23.56.51
Die etwa dreißigtausend Kunstwerke des Museums verteilen sich auf
sieben Sammlungen:"Orientalische Sammlung und islamische Kunst",
"Ägyptische Sammlung", "Griechische, etruskische und römische
Sammlung", "Skulpturen", "Kunsthandwerk", "Gemäldesammlung",
"Graphik" und "Geschichte des Louvre und mittelalterlicher
Louvre". Wobei die Graphiksammlung nur auf Anfrage hin zugänglich
ist. Lediglich einzelne Exponate sind im Rahmen von thematischen
Sonderausstellungen frei zugänglich. Es handelt sich also ganz sicher
um kein Museum, das man "mal so eben" besichtigen kann. Daß
die Kunstsammlung des Louvre überhaupt für jedermann zugänglich ist,
zählt übrigens zu den Errungenschaften der Revolution von
1789: Was vorher die Privatsammlung des jeweiligen Königs
darstellte, wurde öffentlich. Und ein bißchen stolz sind
sie darauf heute noch, die Franzosen...
Ich persönlich würde das Museum im Louvre für einen ersten Besuch in Paris
nicht unbedigt empfehlen, zumal, wenn nur wenig Zeit zur
Verfügung steht: Man hat schnell einen halben oder ganzen Tag
investiert, um "nur mal eben": wasauchimmer anzusehen. Das
Gebäude ist einfach riesig (19 ha Fläche), die Wege siend lang und die
Schlangen an der Kasse und am Einlaß zeitaufwendig; Paris
hat noch sehr viele andere, wenigstens ebenso reizvolle
Sehenswürdigkeiten zu bieten. (Einige Antiquitäten sind
in der Métro-Station "Louvre-Rivoli" ausgestellt. Für einen
sehr kurzen Blick auch geeignet.) Steht ihnen mehr Zeit für
ihren Parisaufenthalt zur Verfügung oder wollen sie ein
bestimmtes Kunstwerk (Mona Lisa...) besichtigen, dann informieren sie
sich vorher, in welchem Saal es sich befindet und ob der an ihrem
Besuchstag auch geöffnet ist. Denn viele Säle sind nur an
bestimmten Tagen zugänglich, wobei der Plan jedes Jahr
wechselt. Wer keine so exakten Vortellungen von seinem Besuch hat,
kann sich auch für EUR 5,00 einen "Audio-Führer" mieten, ein
Tonbandgerät mit Kommentaren zu 350 Kunstwerken.
Die Empfangshalle erreicht man entweder durch die
Glaspyramide im Hof oder, oft mit einer erheblich kürzeren
Warteschlange verbunden, durch das unterirdische Einkaufszentrum
"Carrousel du Louvre" (Eingang: 99, rue Rivoli). Da am Eingang alle Taschen
durchleuchtet werden müßen, dauert es oft etwas, bis man
auch nur in die Empfangshalle vordringt. Das Anstehen an der
Kassenschlange kann man vermeiden, indem man seine Karten entweder
vorher reserviert (08.03.80.88.03) oder bei FNAC
bestellt oder kauft. (Besitzern einer Eintrittskarte und Gruppen
steht auch noch ein weiterer Eingang in der Richelieu-Passage offen.)
Kostenlos ist die Benutzung der Datenbank (Cyber-Lovre) und auch der Zugang zur
Buchhandlung und den verschiedenen Souvenirläden ist ohne
Eintritt möglich (aber nicht ohne Taschenkontrolle...).
Kostenlos sind ebenfalls Garderobe, Gepäckaufbewahrung und
Kinderwagenverleih. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: in
der Eingangshalle und im Museum befinden sich Cafés und
Restaurants. Neben der ständigen Ausstellung finden in einem
Auditorium auch Konzerte, Vorträge, Lesungen,... statt ebenso wie
Wechselausstellungen an verschiedenen Orten im Museum und unter der
Pyramide.
©1999-2000/16.06.2002
Eingang: Pyramide, Caroussel du Louvre, Porte des Lions
(April 2000: wegen Umbauarbeiten vorläufig geschlossen),
Richelieu-Passage (mit Eintrittskarte)
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 9.00 - 17.45;
Montag und Mittwoch, 9.00 - 21.45 (Montag ist nur ein Teil der
Sammlung nach 18.00 noch zugänglich)
Geschlossen: Dienstag und an einigen Feiertagen
Eintritt: EUR 7,50 (EUR 5,00 ab 15.00 und Sonntag)
Gratis: Unter 18, Arbeitslose, an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: Métro 1, Stationen "Louvre Rivoli", "Palais-Royal
Musée du Louvre"; Métro 7, Station "Palais-Royal Musée du
Louvre"
Führungen: für Gruppen und Einzelpersonen, Tonbandführer
auch auf Deutsch
Telefon: 01.40.20.50.50
Anrufbeantworter in fünf Sprachen: 01.40.20.51.51
Das Musée d'Orsay ist der Kunst von Mitte des 19. Jahrhunderts
bis Anfang des 20. Jahrhunderts gewidmet (1848 - 1914), einer an
Kunstströmungen reichen Epoche. Untergebracht ist die Sammlung in
einem ehemaligen Bahnhof, dem Gare
d'Orsay, der ebenfalls in dieser Zeit erbaut und genutzt wurde:
ein harmonisches Ensemble.
Wer dem Besichtungsvorschlag des Museums folgt, beginnt im
Erdgeschoß mit Architektur und Kunst des Second Empire bis zu
den Anfängen des Impressionismus, fährt dann im
Obergeschoß mit den Impressionisten und einigen
postimpressionistischen Strömungen fort und beschließt
seinen Besuch im Zwischengeschoß, das den Geschmack der dritten Republik (Realismus, Symbolismus, Jugendstil,...) wiedergibt. Nicht grundlos bilden
die Impressionisten den Hauptanziehungspunkt der
Sammlung, wer aber genügend Zeit hat, dem sei ein zumindest
annähernd kompletter Rundgang empfohlen (ganz wird man auch dieses
Museum nicht an einem Tag schaffen), denn der Aufbau der Ausstellung
zeigt auch "Kunstbanausen" sehr anschaulich, wie sich die einzelnen
Strömungen entwickelten, voneinander lernten und ineinander
übergingen. Daneben vermittelt das Erdgeschoß sehr
schön die Luxusatmosphäre des ehemaligen Bahnhofs, wie auch
der original erhaltene Festsaal des ehemals zum Bahnhof
gehörenden Hotels im Zwischengeschoß. Auch das ehemaligen
Hotelrestaurant hat seine Funktion behalten, die Preise sind dem
Ambiente durchaus angepaßt... Für eilige Besucher empfiehlt sich der
kostenlose Prospekt "Un dimanche au Musée d'Orsay", der den Weg zu
den gut siebzig wichtigsten Ausstellungsstücken weist. Leider
gibt es diesen Prospekt nur auf französisch und auch nur am
ersten Sonntag des Monats, dem "Gratissonntag". Wer viel Zeit hat, der
findet auf diversen Fluren, Zwischengeschoßen oder im Keller
noch andere interessante Informationen: Eine "Zeitleiste", die
politische, gesellschaftliche und künstlerische Entwicklungen
einordnet, eine kleine Ausstellung über die Entwicklung der
Presse in dieser Zeit, Bilder vom Gare d'Orsay,...
Neben der ständigen Ausstellung bietet das Musée d'Orsay noch
ein reichhatiges kulturelles Programm: Wechselausstellungen, Konzerte,
Vorträge,... auch ein "Multimedia-Raum" steht zur Verfügung,
in dem man verschiedene CD-Roms über das Museum und etliche der
dort ausgestellten Kunstwerke betrachten, sowie (zumindest
theoretisch) ausgewählte Internetseiten anderer Museen besuchen
kann (dieser Teil funktionierte nicht, als ich dort war). Die
Restauration im Schnellimbiß des "Café des Hauteurs" ist
nicht wahnsinnig zu empfehlen, aber für eine Tasse Kaffee
geht's. Wer das Koffein nicht so dringend braucht, der ißt
vielleicht besser ein Eis auf der Freiluftterasse des
Obergeschoßes, denn von hier hat man einen schönen Blick
auf den Louvre, die Seine, die Tuilerien und Sacré-Coeur.
©1999-2000/01.04.2002
Eingang: 1, Rue de la Légion d'Honneur
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag: 10.00 - 18.00;
Donnerstag: 10.00 - 21.45; Sonntag: 9.00 - 18.00; (erweiterte
Öffnungszeiten im Sommer: vom 20. Juni bis zum 20. September
öffnet das Museum bereits um 9.00 Uhr)
Geschlossen: Montag
Eintritt: EUR 7,00 (EUR 5,00 jeden Sonntag)
Gratis: Unter 18, an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: RER C, Station "Musée d'Orsay"
Führungen: Dienstag bis Samstag; Tonbandführer
Telefon: 01.40.49.48.48
Im "Hôtel Biron", das im
Übrigen selbst ein Meisterstück der Rokkokoarchitektur
darstellt, lebte Auguste Rodin in den letzten Jahren vor seinem
Tod. Heute besichtigt man dort seine Skulpturen und erfährt
gleichzeitig etwas über die Herstellung von
Bronzestatuen. Daneben beherbergt das Museum auch einige Werke von
Rodins Schülerin und Gefährtin Camille Claudel sowie die
persönliche Sammlung des Künstlers, mit Gemälden und
Mobilar. Die großen Bronzestatuen finden im Garten eine
angemessene Umgebung, wobei die üppige Vegetation für die
Skulpturen einen attraktiven Rahmen bildet.
©1999-2000/01.04.2002
Eingang: 7, rue de Varenne
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 9.30 - 16.45 (Winter); 9.30
- 17.45 (Sommer); Garten: 9.30 - 17.00 (Winter) und 9.30 - 18.45 (Sommer)
Geschlossen: Montag
Eintritt: EUR 5,00 (EUR 3,00 am Sonntag); Garten: EUR 1,00
Gratis: an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: Métro 13, Station "Varenne"
Telefon: 01.44.18.61.10
Der Musikfreund hat in Paris jeden Abend die Auswahl zwischen Konzerten aller Stilrichtungen, von der großen Bühne bis zur Ein-Mann-Show in einer Kneipe. Gerade die kleinen Konzerte in Kneipen sind oft in keinem Veranstaltungsprogramm angekündigt, es lohnt sich also, auch Plakate in Lokalen im Auge zu behalten. Dazu kommen dann noch Revue-, Musical-, Opern- und Ballettaufführungen an mehr oder weniger bekannten Orten. Am größten ist die Auswahl Freitag- und Samstagabend, sonntags finden auch nachmittags etliche Aufführungen statt. Im Sommer sind, wie auch bei den Theatern, viele Spielorte geschlossen. Karten für größere Veranstaltungen bekommt man in der Regel bei FNAC (verlangt Cookies), auch übers Internet, oder an der Abendkasse.
Seit seiner Premiere im September 1998 feiert dieses Musical Triumphe: Ausverkaufte Vorstellungen, meistverkauftes Album in der französischen Welt, "Lied des Jahrhunderts" (Hörprobe, wenn sie RealPlayer installiert haben),... Die alte Geschichte von Victor Hugo ("Der Glöckner von Notre Dame", in englischer Sprache zum Downloaden, in deutscher Sprache z.B. bei Amazon zu bestellen) um die schöne Zigeunerin Esmeralda und die Männer, die sie lieben und begehren begeistert auch heute noch. Dabei ist die Musik von Ricardo Cocciante modern, manchmal rockig, und melodiös (wovon der Bekanntheitsgrad vieler Lieder in der französischen Bevölkerung zeugt) und der Text von Luc Plamondon zeigt, wie aktuell diese alte Geschichte in vieler Hinsicht noch ist (aus den Zigeunern werden die "sans-papiers", wie in Frankreich Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung und Papiere genannt werden). Keine historisierenden Kostüme und nur wenig Kulisse, das Bühnenbild baut auf Licht, Musik und Tanz. Die einfallsreiche und moderne Choreographie von Martino Müller trägt dazu nicht unwesentlich bei. Wer keine Eintrittskarten mehr bekommt: Seit Januar 2000 läuft das Stück in Las Vegas und Juni 2000 wird es Premiere in London haben. (Hier sind die Tourneedaten in aller Welt.)
Ort:
Regie: Gilles Maheu
Vorstellungen: derzeit keine Vorstellungen
An mehr als hundert Stätten in Paris wird Theater
gespielt. In großen Sälen oder kleinen Theatern, auf
Booten oder in Kirchen, auch in manch einem Café befindet sich
eine Bühne. Genauso breit gefächert ist das Angebot: Man
findet Klassiker wie Molière genauso wie junge, unbekannte
Künstler, große Shows genauso wie billige
Produktionen. Von den Parisern selbst gelten nur drei bis
fünftausend als regelmäßige Theatergänger, diese
wenigen gehen dafür umso fleißer. Die anderen wissen wohl
gar nicht, was ihnen entgeht...
Die Theatersaison spielt vor allem im Herbst und Winter, im Sommer
haben viele Spielstätten sogar geschlossen. Kein Wunder,
sind doch gerade in den Sommerferien die meisten Pariser ohnehin am
Meer. Zumindest etwas französisch sollte man allerdings
verstehen. Oder man sieht sich ein Stück an, das man bereits
in der Übersetzung kennt, denn Theater ist mehr als Worte...
La Cantatrice Chauve:
Seit Jahrzehnten unverändert, die Frisur der kahlen
Sängerin wie auch der Spielplan. Das kleine "Théâtre de la
Huchette" ist DAS Theater für Ionesco schlechthin. Für jeden Ionesco-Freund
ist diese Aufführung einfach Pflicht, für alle anderen ein
großes Vergnügen! Absurd und komisch die Szenen in einem
englischen Haushalt, mit englischem Ehepaar, englischer Pfeife,
englischer Zeitung,... Was der Feuerwehrmann darin zu suchen hat, das
finden sie doch einfach selbst heraus...
Nach meiner Einschätzung bekommt man alles Wichtige auch mit etwa
mittelguten Französischkenntnissen mit. Ansonsten: vorher die
Übersetzung
als Buch besorgen.
Adresse: 23, rue de la Huchette
Regie: Nicolas Bataille (La Cantatrice Chauve)
Tag: Montag bis Samstag
Zeit: 19.00 Uhr (La Cantatrice Chauve), 20.00 Uhr (La Leçon)
Geschlossen: Sonntag
Eintritt: EUR 16,00 (EUR 12,50 für Studenten unter 25, Samstag
keine Ermäßigung)
Anfahrt: Métro 4, Station "Saint Michel"; RER B, Station "Saint
Michel - Notre Dame"
Das Lucernaire ist ein Kulturzentrum, mit zwei Theatern, Kinos, Platz für kleine Ausstellungen, einer Bar und einem Restaurant. Die Theatersäle sind eher klein, was einen engen Kontakt zwischen Schauspielern und Publikum ermöglicht. So finden hier vor allem kleinere Produktionen statt. Die Bar und das Restaurant sind geeignete Orte, um vor der Vorstellung noch ein Glas Wein zu trinken oder einen Happen zu essen.
Adresse: 53, Rue Notre-Dame des Champs
Tag: Montag bis Samstag
Geschlossen: Sonntag
Anfahrt: Métro 12, Station "Notre-Dame des Champs"
| Paris -> Unternehmungen in Paris -> Kultur |
© Oktober 1999 by m.nowak - letzte Aktualisierung am 16.06.2002