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Bildende, darstellende und sonstige Kunst


Der Pariser Veranstaltungskalender erscheint wöchtentlich und ist mehr als 150 Seiten dick. Wenn sie etwas Französisch verstehen, dann kaufen sie sich vor Ort ein aktuelles Exemplar des "l'officiel des spectacles" oder des "pariscope". Beide gibt es für EUR 0,35 bzw. FF 3,00 an praktisch jedem Zeitschriftenkiosk. Sie erscheinen Mittwochs und gelten dann jeweils bis zum folgenden Dienstag. Darin finden sich sowohl das aktuelle Ausstellungs-, Theater- und Kinoprogramm als auch die Öffnungszeiten aller Museen. Welches man bevorzugt ist Geschmackssache: Ich bevorzuge "l'officiel", das Kino- und Theaterprogramme meiner Meinung nach übersichtlicher darstellt. Dafür findet man im "pariscope" mehr Adressen von Restaurants und Nachtclubs und es enthält einen etwa sechsseitigen englischen Teil.

Auf dieser Seite finden sie Ausstellungen, Einzelstücke, Museen, Musik und Theater. Informationen über Bauwerke, Kirchen oder Stadtviertel finden sie im Kapitel Technik.

Links lege ich bevorzugt auf englisch- oder deutschsprachige Seite, soweit ich sie finde, denn dem frankophonen Parisbesucher wird es ohnehin nicht schwer fallen, Informationen für seine Reise zu finden...


Ausstellungen


Arbonie 1980-2000

Ein legendäres Universum schafft Jephan de Villiers aus Blättern, Zweigen und anderen Geschenken von Mutter Natur. Figuren, Wagen, (Wander)Stäbe, Bären und Erinnerungen bilden den Stoff für Arbonie. Obwohl die Figuren gleichförmige, nicht eindeutig menschliche Gesichter haben und in der Gestalt an Larven oder Wickelkinder erinnern sind die Installationen emotional sehr eindrucksvoll. Der Künstler scheint sein Innenleben anschaulich und greifbar gemacht zu haben. Aufbau und Beleuchtung der Ausstellung unterstützen den mythischen und oft sakralen Eindruck der Werke und Installationen, deren Aufbau teilweise an Madonnenbilder oder Pharaonenbegräbnisse erinnert.

©01.04.2002

Ort: Halle Saint-Pierre; 2, rue Ronsard
Dauer: 28. Januar 2002 bis 28. Juli 2002
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00
Eintritt: EUR 6,00 (zusammen mit "Oeil pour oeil"
Anfahrt: Métro 2, Station "Anvers"



Auge um Blick (Oeil pour oeil)

Künstler, deren Blick der "Dressur" durch Konventionen entkommen ist möchte diese Ausstellung zeigen. Dabei sind ganz unterschiedliche Künstler und Techniken vertreten: Luftige, gestrickte Skulpturen von Marie-Rose Lortet, teilweise an Picasso oder Matisse erinnernden Visualisierungen des "Innen und Außen" des Menschen durch Michel Macréau, antifunktionelle Maschinen von François Monchâtre, detailreiche, aus der Ferne aber monochrom wirkende Reliefs mit erotischen Themen von Marie Morel, die bunten Werke von René Moreu und die expressiven, oft unheimlichen Bilder von Stani Nitkowski. Die meisten dieser Outsider Art Werke offenbaren ganz sicher einen ungewohnten Blick auf die Welt, und doch trifft man auch Bekanntes. Viele der Kustwerke wirken spielerisch, langweilig ist die Ausstellung ganz sicher ist. Ob und was davon Kunst ist... darf jeder für sich entscheiden.

©23.04.2002

Ort: Halle Saint-Pierre; 2, rue Ronsard
Dauer: 28. Januar 2002 bis 28. Juli 2002
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00
Eintritt: EUR 6,00 (zusammen mit "Arbonie 1980-2000"
Anfahrt: Métro 2, Station "Anvers"



Einzelstücke


Kunst steht in Paris nicht nur in Ausstellungen und Museen, sondern oft auch an der Straße, einer Hauswand,... Schließlich sollen Ästhetik und Kultur auch im Alltagsleben nicht verloren gehen.


Le Défenseur du Temps (3. Arrondissement)

Im "Quartier de l'Horloge" darf natürlich eine Uhr nicht fehlen. Und so verteidigt sich der von Jacques Monestier zwischen 1975 und 1979 geschaffene "Defenseur du Temps" jede Stunde mit Schwert und Schild gegen den Angriff eines Tieres. Der Drache symbolisiert das Land, die Krabbe das Meer und der Vogel den Himmel. (Und wer genau hinsieht: Der Drache atmet!) Untermalt wird das Spektakel der beeindruckenden automatischen Uhr (vier Meter hoch, eine Tonne schwer) noch von passenden Tonbandgeräuschen. Drei mal am Tag (12.00 Uhr, 18.00 Uhr und 22.00 Uhr greifen alle drei Tiere an und der Verteidiger muß Schwerstarbeit leisten.

Ort: 8, rue Bernard de Clairvaux
Anfahrt: Métro 11, Station "Rambuteau"
Die automatische Uhr ist täglich von 9.00 bis 22.00 Uhr in Betrieb



Museen


Museum für moderne Kunst der Stadt Paris (Musée d'Art moderne de la Ville de Paris) (16. Arrondissement)

Ein seltsamerweise relativ unbekanntes Museum stellt die Sammlung moderner Kunst der Stadt Paris dar. Wie auch das Centre Pompidou ist es der Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet, nur daß hier die Warteschlangen an den Kassen deutlich kürzer sind. Die Ausstellung führt chronologisch durch die Jahrzehnte und ermöglichst so auch dem weniger Kunstkundigen, Entwicklungen nachzuvollziehen. Die Exponate beinhalten unter anderem Bilder und Skulpturen von Picasso, Braque, Delaunay, Léger, Modigliani,.... um nur einige zu nennen. Man ist den Bildern zum Anfassen nahe (was man natürlich nicht tun sollte!), die indirekte Beleuchtung der weitläufigen Säle verhindert unerwünschte Spiegelungen und jedes Werk hat genug Platz, um seine Wirkung entfalten zu können. Besonders bemerkenswert ist auch der Matisse-Saal, der einer unvollendeten und einer fertiggestellten Version des Themas "Danse" gewidmet ist. Die Sammlung wird fortlaufend erweitert und umfaßt so auch ganz aktuelle Kunstwerke und Installationen. Daneben beherbergt das Museum im "Palais de Tokyo" auch eine Abteilung für zeitgenössische Kunst, genannt ARC (Animation, Recherche, Confrontation), die regelmäßig Ausstellungen veranstaltet.

©1999-2000/01.04.2002

Eingang: Palais de Tokyo, 11, Avenue du Président-Wilson
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10.00 - 17.30
Geschlossen: Montag
Eintritt: der Besuch der ständigen Sammlung ist kostenlos
Gratis: für alle
Anfahrt: Métro 9, Station "Iéna"
Telefon: 01.40.70.11.10



Museum für naive Kunst Max Fourny (Musée d'Art Naïf Max Fourny) (18. Arrondissement)

In einer ehemaligen Markthalle befindet sich heute dieses Museum für naive Kunst, Art brut, Outsider-Art, eben Werke, die dem etablierten Kunst-Publikum noch nicht so geläufig sind und bei denen die Frage "Ist es überhaupt Kunst?" sicher nicht unumstritten ist. Die Sammlung wurde vom Verleger und Sammler Max Fourny begründet und stellt das einzige Museum für diese Kunstrichtung in Paris dar. Auf zwei Stockwerken werden Ausstellungen veranstaltet, wobei ein Teil der Ausstellungsfläche durch viel Tageslicht und große Glasfronten gekennzeichnet ist und in einem anderen Teil effektvoll mit Strahlern und Kunstlicht gearbeitet werden kann. Die Unterteilung in verschiedene Räume und Flächen ermöglicht es auch, mehreren Künstlern gleichzeitig Ausstellungsraum zu gewähren und dabei atmosphärisch ganz unterschiedliche Expositionen zu gestalten. Neben den "Hauptausstellungen", die Eintritt kosten stellt man auch Fläche für kleine Ausstellungen zur Verfügung, deren Werke teilweise auch käuflich erworben werden können. (Im Übrigen oft zu recht zivilen Preisen.) Thematisch findet wirklich alles Platz, von afrikanischer Volkskunst mit folkloristischen Motiven bis zu verstörend wirkenden Bildern oder originellen (oder seltsamen...) Skulpture unterschiedlichster Materialien... .
Neben den Ausstellungen gibt es eine Buchhandlung mit nicht nur einem breiten Angebot an Kunstbänden sondern auch vielen Kinderbüchern. Nicht nur in Büchern bemüht man sich, dem Nachwuchs Kunst nahe zu bringen, auch in verschiedenen Kursen bekommen sie die Möglichkeit, selbst tätig zu werden und den Schöpfungsprozeß der ausstellenden Küstler wahrhaft zu "begreifen". Dabei wenden sich manche Veranstaltungen schon an die ganz Kleinen, noch vor dem Kindergartenalter. Im Auditorium werden natürlich auch Veranstaltungen für Erwachsene abgehalten und die Cafeteria ist ein wirklich angenehmer Ort um die eiserene Wendeltreppe herum.

© 24.04.2002

Eingang: Halle Saint-Pierre: 2, rue Ronsard
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00
Eintritt: je nach Ausstellung
Gratis: Meist kleine Ausstellungen in der Eingangshalle
Anfahrt: Métro 2, Station "Anvers"
Führungen: sehr freundliches Personal ist bereit alles vorzustellen und zu erklären (französisch, teilweise englisch), manchmal sind auch Künstler selbst anwesend
Telefon: 01.42.58.72.98



Museum für afrikanische und ozeanische Kunst (Musée des Arts d'Afrique et d'Océanie) (12. Arrondissement)

Das imposante Gebäude mit seinem flächendeckenden Frontrelief wurde 1931 anläßlich der Kolonialausstellung gebaut und zeigt den Geschmack dieser Zeit überdeutlich. Innen finden sich Kunst-, Kult- und Gebrauchgegenstände aus verschiedenen Teilen Afrikas, aus Ozeanien und auch aus Australien. Im Erdgeschoß findet man auf der einen Seite der Haupthalle Statuen aus Kamerun, auf der anderen Seite sind vor allem Stücke aus Polynesien ausgestellt. Der australische Saal zeigt vor allem Gemälde von Aborigines-Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der erste Stock ist weiter Schwarzafrika gewidmet, etwa mit Masken oder magischen Statuen aus Mali, Ghana oder der Elfenbeinküste. Das zweite Stockwerk ist dem Maghreb gewidmet: Waffen, Teppiche, Schmuck oder Kleidung aus dem Norden Afrikas sind in großer Zahl präsent. Im Ganzen sind die Ausstellungsstücke des Museums sehr reichhaltig, man würde sich nur manchmal etwas mehr Erklärungen zum Kontext der für europäische Augen doch oft sehr fremdartigen Gegenstände wünschen. Auch Datierungen der Stücke sind sehr selten. Das Problem ist wohl bekannt, aber die meisten Ausstellungsstücke stammen von Familien, die sie während der französischen Kolonialzeit selbst vor Ort gesammelt haben und da sich "primitive Kunst" damals großer Popularität erfreute, hatte man wahllos alles gekauft (oder mitgenommen), ohne sich um einen zeitlichen oder inhaltlichen Kontext zu kümmern. Und heute ist vieles nur noch schwer zu rekonstruieren.
Sehr eindrucksvoll sind die Aquarien im Untergeschoß: In den Becken tummeln sich bunte Tropenfische, verschiedene Haiarten oder Rochen, Seepferdchen,... sowie Fische in den seltsamsten Formen und mit etwas ungewöhnlichen Fortbewegungstechniken... Und wo sonst kann man die Schönheit lebender Muscheln oder Korallen in Ruhe bewundern? (Wer viel Geduld hat, erlebt vielleicht das selbst durch die Beckenwände gut hörbare Zuklappen einer Muschel. Daneben begegnet man einem Pfeilschwanzkrebs und anderen lebenden Fossilien oder Fischen, die gerne mal eine Weile an Land verbringen. Zwei Terrarien zeigen Echsen, Schildkröten und, für sensationslüsternere Zeitgenossen, gibt es sogar Krokodile.
Die angeschlossene Kleine Buchhandlung verkauft Ansichtskarten, afrikanischen Schmuck und verfügt über eine große Auswahl an Büchern über verschiedene afrikanische Themen, darunter auch sehr schöne Kinder- und Bilderbücher (leider alle in französischer Sprache...)

©1999-2000/02.05.2002

Eingang: 293, avenue de Daumesnil
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag: 10.00 - 17.30
Geschlossen: Dienstag und am 1. Mai
Eintritt: EUR 4,50 (EUR 3,00 ermäßigt und am Sonntag); Sondertarife während Ausstellungen
Gratis: Unter 18 Anfahrt: Métro 8, Station "Porte Dorée"
Telefon: 01.44.74.85.00



Ort der Gegenwartskunst (Site de création contemporaine) (16. Arrondissement)

Hier kann man Kunst beim Entstehen zusehen und sie ist allgegenwärtig. Statt einer ständigen Ausstellung wechseln hier Exponate aller Formate ständig. Ob flächige Boden- oder Wandgemälde, ob raumgroße Installationen oder kleine, verteilte Werke, ob Video oder Ton,... alles findet hier einen Platz und ständig wird etwas auf- oder abgebaut oder läd die Besucher ein, selber aktiv zu werden. Erklär- und diskussionsfreudig stehen junge Menschen bereit und manches Werk entsteht täglich neu. Welche der Werke man in hundert Jahren noch kennen wird sei dahingestellt, aber wer da war, kann immer sagen, daß er dabei gewesen ist. Die hohen, nach der Restaurierung weitgehend entkernten und rohen Räumlichkeiten bieten jedenfalls den idealen Arbeitshintergrund. Offensichtlich umstritten (davon zeugen die Kommentare auf den Wänden der Damentoilette...), aber sicher nicht langweilig.

©02.05.2002

Eingang: Palais de Tokyo, 13, Avenue du Président-Wilson
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 12.00 - 24.00
Geschlossen: Montag
Eintritt: EUR 5,00 (EUR 3,00 ermäßigt)
Gratis: Unter 18, Arbeitslose, an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: Métro 9, Station "Iéna"
Führungen: Personal ist überall im Ausstellungsraum verfügbar und wartet nur darauf, angesprochen zu werden und Auskunft geben zu dürfen; Gruppenführungen (bis 15 Personen) für 100 EUR (Eintritt inklusive) besser vorher anmelden, dann auch auf Englisch, Spanisch, Itaienisch oder Russisch möglich
Telefon: 01.47.23.56.51



Der Louvre (Musée du Louvre) (1. Arrondissement)

Die etwa dreißigtausend Kunstwerke des Museums verteilen sich auf sieben Sammlungen:"Orientalische Sammlung und islamische Kunst", "Ägyptische Sammlung", "Griechische, etruskische und römische Sammlung", "Skulpturen", "Kunsthandwerk", "Gemäldesammlung", "Graphik" und "Geschichte des Louvre und mittelalterlicher Louvre". Wobei die Graphiksammlung nur auf Anfrage hin zugänglich ist. Lediglich einzelne Exponate sind im Rahmen von thematischen Sonderausstellungen frei zugänglich. Es handelt sich also ganz sicher um kein Museum, das man "mal so eben" besichtigen kann. Daß die Kunstsammlung des Louvre überhaupt für jedermann zugänglich ist, zählt übrigens zu den Errungenschaften der Revolution von 1789: Was vorher die Privatsammlung des jeweiligen Königs darstellte, wurde öffentlich. Und ein bißchen stolz sind sie darauf heute noch, die Franzosen...
Ich persönlich würde das Museum im Louvre für einen ersten Besuch in Paris nicht unbedigt empfehlen, zumal, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht: Man hat schnell einen halben oder ganzen Tag investiert, um "nur mal eben": wasauchimmer anzusehen. Das Gebäude ist einfach riesig (19 ha Fläche), die Wege siend lang und die Schlangen an der Kasse und am Einlaß zeitaufwendig; Paris hat noch sehr viele andere, wenigstens ebenso reizvolle Sehenswürdigkeiten zu bieten. (Einige Antiquitäten sind in der Métro-Station "Louvre-Rivoli" ausgestellt. Für einen sehr kurzen Blick auch geeignet.) Steht ihnen mehr Zeit für ihren Parisaufenthalt zur Verfügung oder wollen sie ein bestimmtes Kunstwerk (Mona Lisa...) besichtigen, dann informieren sie sich vorher, in welchem Saal es sich befindet und ob der an ihrem Besuchstag auch geöffnet ist. Denn viele Säle sind nur an bestimmten Tagen zugänglich, wobei der Plan jedes Jahr wechselt. Wer keine so exakten Vortellungen von seinem Besuch hat, kann sich auch für EUR 5,00 einen "Audio-Führer" mieten, ein Tonbandgerät mit Kommentaren zu 350 Kunstwerken.
Die Empfangshalle erreicht man entweder durch die Glaspyramide im Hof oder, oft mit einer erheblich kürzeren Warteschlange verbunden, durch das unterirdische Einkaufszentrum "Carrousel du Louvre" (Eingang: 99, rue Rivoli). Da am Eingang alle Taschen durchleuchtet werden müßen, dauert es oft etwas, bis man auch nur in die Empfangshalle vordringt. Das Anstehen an der Kassenschlange kann man vermeiden, indem man seine Karten entweder vorher reserviert (08.03.80.88.03) oder bei FNAC bestellt oder kauft. (Besitzern einer Eintrittskarte und Gruppen steht auch noch ein weiterer Eingang in der Richelieu-Passage offen.) Kostenlos ist die Benutzung der Datenbank (Cyber-Lovre) und auch der Zugang zur Buchhandlung und den verschiedenen Souvenirläden ist ohne Eintritt möglich (aber nicht ohne Taschenkontrolle...).
Kostenlos sind ebenfalls Garderobe, Gepäckaufbewahrung und Kinderwagenverleih. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: in der Eingangshalle und im Museum befinden sich Cafés und Restaurants. Neben der ständigen Ausstellung finden in einem Auditorium auch Konzerte, Vorträge, Lesungen,... statt ebenso wie Wechselausstellungen an verschiedenen Orten im Museum und unter der Pyramide.

©1999-2000/16.06.2002

Eingang: Pyramide, Caroussel du Louvre, Porte des Lions (April 2000: wegen Umbauarbeiten vorläufig geschlossen), Richelieu-Passage (mit Eintrittskarte)
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 9.00 - 17.45; Montag und Mittwoch, 9.00 - 21.45 (Montag ist nur ein Teil der Sammlung nach 18.00 noch zugänglich)
Geschlossen: Dienstag und an einigen Feiertagen
Eintritt: EUR 7,50 (EUR 5,00 ab 15.00 und Sonntag)
Gratis: Unter 18, Arbeitslose, an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: Métro 1, Stationen "Louvre Rivoli", "Palais-Royal Musée du Louvre"; Métro 7, Station "Palais-Royal Musée du Louvre"
Führungen: für Gruppen und Einzelpersonen, Tonbandführer auch auf Deutsch
Telefon: 01.40.20.50.50
Anrufbeantworter in fünf Sprachen: 01.40.20.51.51



Musée d'Orsay (7. Arrondissement)

Das Musée d'Orsay ist der Kunst von Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts gewidmet (1848 - 1914), einer an Kunstströmungen reichen Epoche. Untergebracht ist die Sammlung in einem ehemaligen Bahnhof, dem Gare d'Orsay, der ebenfalls in dieser Zeit erbaut und genutzt wurde: ein harmonisches Ensemble.
Wer dem Besichtungsvorschlag des Museums folgt, beginnt im Erdgeschoß mit Architektur und Kunst des Second Empire bis zu den Anfängen des Impressionismus, fährt dann im Obergeschoß mit den Impressionisten und einigen postimpressionistischen Strömungen fort und beschließt seinen Besuch im Zwischengeschoß, das den Geschmack der dritten Republik (Realismus, Symbolismus, Jugendstil,...) wiedergibt. Nicht grundlos bilden die Impressionisten den Hauptanziehungspunkt der Sammlung, wer aber genügend Zeit hat, dem sei ein zumindest annähernd kompletter Rundgang empfohlen (ganz wird man auch dieses Museum nicht an einem Tag schaffen), denn der Aufbau der Ausstellung zeigt auch "Kunstbanausen" sehr anschaulich, wie sich die einzelnen Strömungen entwickelten, voneinander lernten und ineinander übergingen. Daneben vermittelt das Erdgeschoß sehr schön die Luxusatmosphäre des ehemaligen Bahnhofs, wie auch der original erhaltene Festsaal des ehemals zum Bahnhof gehörenden Hotels im Zwischengeschoß. Auch das ehemaligen Hotelrestaurant hat seine Funktion behalten, die Preise sind dem Ambiente durchaus angepaßt... Für eilige Besucher empfiehlt sich der kostenlose Prospekt "Un dimanche au Musée d'Orsay", der den Weg zu den gut siebzig wichtigsten Ausstellungsstücken weist. Leider gibt es diesen Prospekt nur auf französisch und auch nur am ersten Sonntag des Monats, dem "Gratissonntag". Wer viel Zeit hat, der findet auf diversen Fluren, Zwischengeschoßen oder im Keller noch andere interessante Informationen: Eine "Zeitleiste", die politische, gesellschaftliche und künstlerische Entwicklungen einordnet, eine kleine Ausstellung über die Entwicklung der Presse in dieser Zeit, Bilder vom Gare d'Orsay,...
Neben der ständigen Ausstellung bietet das Musée d'Orsay noch ein reichhatiges kulturelles Programm: Wechselausstellungen, Konzerte, Vorträge,... auch ein "Multimedia-Raum" steht zur Verfügung, in dem man verschiedene CD-Roms über das Museum und etliche der dort ausgestellten Kunstwerke betrachten, sowie (zumindest theoretisch) ausgewählte Internetseiten anderer Museen besuchen kann (dieser Teil funktionierte nicht, als ich dort war). Die Restauration im Schnellimbiß des "Café des Hauteurs" ist nicht wahnsinnig zu empfehlen, aber für eine Tasse Kaffee geht's. Wer das Koffein nicht so dringend braucht, der ißt vielleicht besser ein Eis auf der Freiluftterasse des Obergeschoßes, denn von hier hat man einen schönen Blick auf den Louvre, die Seine, die Tuilerien und Sacré-Coeur.

©1999-2000/01.04.2002

Eingang: 1, Rue de la Légion d'Honneur
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag: 10.00 - 18.00; Donnerstag: 10.00 - 21.45; Sonntag: 9.00 - 18.00; (erweiterte Öffnungszeiten im Sommer: vom 20. Juni bis zum 20. September öffnet das Museum bereits um 9.00 Uhr)
Geschlossen: Montag
Eintritt: EUR 7,00 (EUR 5,00 jeden Sonntag)
Gratis: Unter 18, an jedem ersten Sonntag im Monat
Anfahrt: RER C, Station "Musée d'Orsay"
Führungen: Dienstag bis Samstag; Tonbandführer
Telefon: 01.40.49.48.48



Das Rodin Museum (Musée Rodin) (7. Arrondissement)

StatueIm "Hôtel Biron", das im Übrigen selbst ein Meisterstück der Rokkokoarchitektur darstellt, lebte Auguste Rodin in den letzten Jahren vor seinem Tod. Heute besichtigt man dort seine Skulpturen und erfährt gleichzeitig etwas über die Herstellung von Bronzestatuen. Daneben beherbergt das Museum auch einige Werke von Rodins Schülerin und Gefährtin Camille Claudel sowie die persönliche Sammlung des Künstlers, mit Gemälden und Mobilar. Die großen Bronzestatuen finden im Garten eine angemessene Umgebung, wobei die üppige Vegetation für die Skulpturen einen attraktiven Rahmen bildet.

©1999-2000/01.04.2002

Eingang: 7, rue de Varenne
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 9.30 - 16.45 (Winter); 9.30 - 17.45 (Sommer); Garten: 9.30 - 17.00 (Winter) und 9.30 - 18.45 (Sommer)
Geschlossen: Montag
Eintritt: EUR 5,00 (EUR 3,00 am Sonntag); Garten: EUR 1,00
Gratis: an jedem ersten Sonntag im Monat Anfahrt: Métro 13, Station "Varenne"
Telefon: 01.44.18.61.10



Musik


Der Musikfreund hat in Paris jeden Abend die Auswahl zwischen Konzerten aller Stilrichtungen, von der großen Bühne bis zur Ein-Mann-Show in einer Kneipe. Gerade die kleinen Konzerte in Kneipen sind oft in keinem Veranstaltungsprogramm angekündigt, es lohnt sich also, auch Plakate in Lokalen im Auge zu behalten. Dazu kommen dann noch Revue-, Musical-, Opern- und Ballettaufführungen an mehr oder weniger bekannten Orten. Am größten ist die Auswahl Freitag- und Samstagabend, sonntags finden auch nachmittags etliche Aufführungen statt. Im Sommer sind, wie auch bei den Theatern, viele Spielorte geschlossen. Karten für größere Veranstaltungen bekommt man in der Regel bei FNAC (verlangt Cookies), auch übers Internet, oder an der Abendkasse.


Notre-Dame de Paris

Seit seiner Premiere im September 1998 feiert dieses Musical Triumphe: Ausverkaufte Vorstellungen, meistverkauftes Album in der französischen Welt, "Lied des Jahrhunderts" (Hörprobe, wenn sie RealPlayer installiert haben),... Die alte Geschichte von Victor Hugo ("Der Glöckner von Notre Dame", in englischer Sprache zum Downloaden, in deutscher Sprache z.B. bei Amazon zu bestellen) um die schöne Zigeunerin Esmeralda und die Männer, die sie lieben und begehren begeistert auch heute noch. Dabei ist die Musik von Ricardo Cocciante modern, manchmal rockig, und melodiös (wovon der Bekanntheitsgrad vieler Lieder in der französischen Bevölkerung zeugt) und der Text von Luc Plamondon zeigt, wie aktuell diese alte Geschichte in vieler Hinsicht noch ist (aus den Zigeunern werden die "sans-papiers", wie in Frankreich Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung und Papiere genannt werden). Keine historisierenden Kostüme und nur wenig Kulisse, das Bühnenbild baut auf Licht, Musik und Tanz. Die einfallsreiche und moderne Choreographie von Martino Müller trägt dazu nicht unwesentlich bei. Wer keine Eintrittskarten mehr bekommt: Seit Januar 2000 läuft das Stück in Las Vegas und Juni 2000 wird es Premiere in London haben. (Hier sind die Tourneedaten in aller Welt.)

Ort:
Regie: Gilles Maheu
Vorstellungen: derzeit keine Vorstellungen



Theater


An mehr als hundert Stätten in Paris wird Theater gespielt. In großen Sälen oder kleinen Theatern, auf Booten oder in Kirchen, auch in manch einem Café befindet sich eine Bühne. Genauso breit gefächert ist das Angebot: Man findet Klassiker wie Molière genauso wie junge, unbekannte Künstler, große Shows genauso wie billige Produktionen. Von den Parisern selbst gelten nur drei bis fünftausend als regelmäßige Theatergänger, diese wenigen gehen dafür umso fleißer. Die anderen wissen wohl gar nicht, was ihnen entgeht...
Die Theatersaison spielt vor allem im Herbst und Winter, im Sommer haben viele Spielstätten sogar geschlossen. Kein Wunder, sind doch gerade in den Sommerferien die meisten Pariser ohnehin am Meer. Zumindest etwas französisch sollte man allerdings verstehen. Oder man sieht sich ein Stück an, das man bereits in der Übersetzung kennt, denn Theater ist mehr als Worte...


Théâtre de la Huchette (5. Arrondissement)

La Cantatrice Chauve:
Seit Jahrzehnten unverändert, die Frisur der kahlen Sängerin wie auch der Spielplan. Das kleine "Théâtre de la Huchette" ist DAS Theater für Ionesco schlechthin. Für jeden Ionesco-Freund ist diese Aufführung einfach Pflicht, für alle anderen ein großes Vergnügen! Absurd und komisch die Szenen in einem englischen Haushalt, mit englischem Ehepaar, englischer Pfeife, englischer Zeitung,... Was der Feuerwehrmann darin zu suchen hat, das finden sie doch einfach selbst heraus...
Nach meiner Einschätzung bekommt man alles Wichtige auch mit etwa mittelguten Französischkenntnissen mit. Ansonsten: vorher die Übersetzung als Buch besorgen.

Adresse: 23, rue de la Huchette
Regie: Nicolas Bataille (La Cantatrice Chauve)
Tag: Montag bis Samstag
Zeit: 19.00 Uhr (La Cantatrice Chauve), 20.00 Uhr (La Leçon)
Geschlossen: Sonntag
Eintritt: EUR 16,00 (EUR 12,50 für Studenten unter 25, Samstag keine Ermäßigung)
Anfahrt: Métro 4, Station "Saint Michel"; RER B, Station "Saint Michel - Notre Dame"



Lucernaire (Centre National d'art et d'essai) (6. Arrondissement)

Das Lucernaire ist ein Kulturzentrum, mit zwei Theatern, Kinos, Platz für kleine Ausstellungen, einer Bar und einem Restaurant. Die Theatersäle sind eher klein, was einen engen Kontakt zwischen Schauspielern und Publikum ermöglicht. So finden hier vor allem kleinere Produktionen statt. Die Bar und das Restaurant sind geeignete Orte, um vor der Vorstellung noch ein Glas Wein zu trinken oder einen Happen zu essen.

Adresse: 53, Rue Notre-Dame des Champs
Tag: Montag bis Samstag
Geschlossen: Sonntag
Anfahrt: Métro 12, Station "Notre-Dame des Champs"






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© Oktober 1999 by m.nowak - letzte Aktualisierung am 16.06.2002