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Zweifellos bietet Paris genug Besichtigungsmöglichkeiten für einen sehr langen Zeitraum. Falls sie aber längere Zeit (oder zum wiederholten Male) da sind, brauchen sie vielleicht etwas Hilfe gegen den "Großstadtkoller". Manche der hier erwähnten Ausflugsziele bieten sich auch für eine Entspannungspause bei der An- oder Abreise mit dem Auto an. Eine Karte im Ma&azlig;stab 1:200000 erleichtert das Auffinden der Sehenswürdigkeiten ungemein...). Oder sie suchen ihre Strecke im Internet. Dieser Routeplaner kennt offensichtlich tatsächlich jedes Dorf...
Links lege ich bevorzugt auf englisch- oder deutschsprachige Seiten, soweit ich sie finde, denn dem frankophonen Parisbesucher wird es ohnehin nicht schwer fallen, Informationen für seine Reise zu finden...
Westlich von
Paris gelegen befindet sich dieser malerische Wald, in dessen Mitte
die Reste einer Abtei aus dem 12. Jahrhundert zu finden sind. Im
13. Jahrhundert war die Abtei unter Thibaut de Marly auf dem
Höhepunkt ihrer Popularität angekommen. Bereits im
16. Jahrhundert hatten Seuchen, Kriege und Politik das Kloster
weitgehend ruiniert, auch wenn die letzten Zisterziensermönche
erst 1791 den Ort verließen. Heute kann man die Ruine der alten
Abteikirche, mit ihrer immer noch beeindruckenden Fassade besichtigen
und angenehme Spaziergänge, ausgehend vom ehemaligen Fischteich
der Mönche, unternehmen. Die übrigen restaurierten Gebäude
beherbergen heute einen Konzertsaal und ein Luxushotel. Das Hotel verfügt auch über
einen Teesalon, wo man für etwa FF 50,00 pro Person auf
stilvollen Sesseln Platz nehmen darf und den Tee in einer Silberkanne
serviert bekommt.
Ort: Abbaye des Vaux-de-Cernay, Cernay la Ville, 78720
Dampierre-en-Yvelines (Département Yvelines, etwa 35 km
südwestlich von Paris)
Öffnungszeiten: tja, angeschlagen waren welche, aber die hatten
zumindest im Frühjahr 1999 nichts mit der Realität zu
tun. 14.00 - 18.00 an Wochenenden und Feiertagen steht im
Reiseführer; ich fand es auch an einem Wochentag geöffnet...
Eintritt: FF 25,00, laut Reiseführer. Dann gibt es noch einen
Anschlag mit Preisen vor Ort und manchmal kostet es auch nichts...
Anfahrt (Beispiel): A13 Richtung Rouen, dann auf die D906 Richtung
Rambouillet, von der denn nach rechts eine D24 abzweigt, die durch den
Wald zur Abbaye des Vaux-de-Cernay führt
Telefon: 01.34.85.23.00
Natürlich denkt man bei
Chartres zuerst an die berühmte Kathedrale aus dem
13. Jahrhundert. Doch die Stadtgeschichte begann viel früher,
mit einer gallo-römischen Kultstätte. Das Christentum
hielt im 4. Jahrhundert Einzug, und die Marienwallfahrt ließ nicht
lange auf sich warten. So gilt Chartres bis heute als ein spirituelles
Zentrum der Gläubigen. (Wenn gerade eine große Wallfahrt
stattfindet, kann die Kathedrale für Touristen gesperrt sein. Es
ist also empfehlenswert, sich gegebenenfalls vorher zu erkundigen.)
Sehenswert ist neben der Kathedrale vor allem das alte Chartres (Le
Vieux Chartres), ein stimmig renoviertes Viertel an den Ufern der
Eure, das mittelalterliches Flair verströmt und sich für
einen kleinen Spaziergang anbietet. Daneben gibt es verschiedene
Museen (von Kunst bis Landmaschinen) und mehr oder weniger
professionelle Ausstellungen an verschiedenen Orten. Über
Stadtführungen und Veranstaltungen informiert das Office de
tourisme am place de la cathédrale.
Ort: 28000 Chartres
(Département Eure et Loire, etwa 90 km
süd-westlich von Paris)
Anfahrt (Beispiel): A6, dann A10 (Richtung Orléans), dann A11
(Richtung Le Mans) bis Chartres
Telefon: 02.37.21.50.00 (Office de Tourisme)
"Eine Reise ins Mittelalter" ist das Motto des Ortes. So
läßt man sein Auto auf den Parkplätzen vor der
Altstadt (zumindest in der Hauptsaison) und tritt zu Fuß durch
das wuchtige Stadttor. In der Stadt dominieren
Gäßchen mit Fachwerk- oder alten Steinhäusern, die
teilweise noch romanischen Ursprungs sind.
Die
Hauptsehenswürdigkeiten sind der Caesarenturm (Tour Caesar),
die Kirche St. Quiriace (Collégiale Saint-Quiriace) und ein
unterirdisches Gängelabyrinth (Souterrains), dessen
ursprünglicher Zweck nicht restlos geklärt ist. An die
mittelalterlichen Händler und Handwerker erinnert ein Museum (La
Grange aux Dîmes). Etwa zwischen Ostern und Allerheiligen finden
zudem noch farbenprächtige Vorführungen eines Kriegslagers
oder eines Turniers statt. Auch einem Falkner kann man zusehen. In der
Nebensaison (etwa Allerheiligen bis Ostern) finden keine
Vorstellungen statt, die Museen und Sehenswürigkeiten bleiben
aber geöffnet. Ein nettes Detail: Die Damen und Herren an den
Kassen tragen mittelalterliche Kostüme!
Die verschiedenen Führungen finden leider nur auf
Französisch statt, aber es gibt viele informative Broschüren
auch auf Deutsch.
In den Souvenirläden endet das Mittelalter leider recht
aprupt. Statt originaler oder origineller Handwerkskunst dominiert
Massenware, wie sie auf der ganzen Welt zu finden ist. Eigentlich Schade!
(Etwa zehn Kilometer von Provins entfernt, im Dorf
Chalmaison, werden mittelalterliche Waffen produziert. Ob Schwert,
Misericorde, Dolch oder Taschenmesser (in einer Hormscheide), auf
Bestellung schmiedet Dominique Fourquenay in seinen "Forges de la
Brume" alles. Und so ein Dolch eignet sich nicht nur als
Brieföffner, sondern auch als ungewöhnliches Tranchiermesser
bei Tisch. Allerdings verkauft er normalerweise seine Schaustücke
nicht, sondern fertigt nur nach Maß, so daß man nicht
sofort etwas mit nach Hause nehmen kann. Die Qualität rechtfertig
Wartezeit und Preis (um die FF 500,00) aber allemal!
Les Forges de
la Brume, 16, rue h. Brugeail, 77650 Chalmaison; Telefonische
Anmeldung erforderlich unter 01.64.01.71.43, ab 18.00 Uhr.)
Ort: 77482 Provins
(Département Seine et Marne, etwa 100 km
süd-östlich von Paris)
Anfahrt (Beispiel): N 19 Richtung Provins-Troyes
Telefon: 01.64.60.26.26 (Office de Tourisme)
Fax: 01.64.60.11.97
Ein
malerische Dörfchen, das neben der gotischen Kirche auch noch
einige andere alte Steingebäude und Mauerreste aufzuweisen hat. So
bietet sich nach der Besichtigung des dem heiligen Sulpice geweihten
Gotteshauses (der fromme Mann erweckte im siebten Jahrhundert an
diesem Ort ein ertrunkenes Kind wieder zum Leben, was mit
Heiligsprechung und Einrichtung einer Pilgerfahrt belohnt wurde) ein
kleiner Bummel im Ort an.
Ort:91910 St-Sulpice-de-Favières
(Département Essonne, etwa 35 km
süd-westlich von Paris)
Anfahrt (Beispiel): N20 (Richtung Orléans), dann D27
Ein beeindruckendes Werk der Technik des 19. Jahrhunderts am idyllischen Canal de l'Ourcq: Ein Schaufelrad von elf Metern Durchmesser und und vier große Pumpen befördern seit 1869 Wasser aus der Marne in den Kanal (etwa 27000 m³ pro Tag). Im Hauptgebäude kann man durch eine großzügige Glasfront einen Blick auf die moderne Steuerungselektronik werfen und sich über den Kanalbau und die Schiffahrt auf dem Canal de l'Ourcq informieren. Auch Führungen und eine Tonbildschau gehören dazu. Im Gebäude daneben erlebt man das hölzerne Schaufelrad und die malerischen Pumpen im Original und in Funktion. Eine kleines Blatt informiert auch auf Deutsch.
Ort: Route de Charmentray, 77450 Trilbardou
(Département Seine et Marne, etwa 35 km
östlich von Paris)
Öffnungszeiten: täglich von 9.30-12.00 und von
14.00-17.30
Eintritt: FF 5,00
Anfahrt (Beispiel): N3 Richtung Meaux, einige Kilometer vor Meaux
rechts auf die D27 abbiegen, bis Trilbardou, dann auf der D54 Richtung
Charmentray bis zur Usine Elevatoire
Telefon: 01.60.09.95.00
Der gleiche Zweck, wie in Trilbardou (nämlich Wasser aus der Marne in den Canal de l'Ourcq zu befördern), aber ein anderes Funktionsprinzip: Zwei Räder aus Gußeisen befördern vermittels Siphonwirkung jeden Tag bis zu 38000 m³ Wasser aus der Marne in den Kanal. Das Werk arbeitet ebenfalls seit 1869, die Pumpen arbeiten aber aus Sicherheitsgründen nur von April bis September. Außer den beeindruckenden Eisenrädern hat man vom Ufer noch einen malerischen Blick auf die Marne. Der geziehlte Aufbau einer touristische Infrastruktur hat erst 1999 begonnen. Trotzdem liegt bereits ein Informationsblatt über die Geschichte des Canal de l'Ourcq und das Funktionsprinzip der Pumpen in verständlicher deutscher Übersetzung vor und auf Anfrage sind auch Führungen in deutscher Sprache möglich.
Ort: Villers-les-Rigault, 77440 Congis-sur-Therouanne
(Départemant Seine et Marne, etwa 45 km östlich von Paris)
Öffnungszeiten: im Winter nur auf Anmeldung, für den Sommer
ist eine tägliche Öffnung geplant in den Wochen vorher und
nachher ist zumindest an Wochenenden auch ohne Anmeldung geöffnet
Eintritt: gratis
Anfahrt (Beispiel): auf der N3 bis Trilport, dort links auf die D17
bis Isles-les-Meldeuses, dort links Richtung Villers-les Rigault und
wenn man auf die Marne trifft, die Augen offenhalten und das Beste
hoffen...
Führungen: wenn geöffnet ist auf Französisch immer, auf
Deutsch nach Anmeldung
Telefon: 01.60.09.95.00
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© Oktober 1999 by m.nowak - letzte Aktualisierung am 27.07.2000